Ausgangspunkt für die Errichtung dieser sozialtherapeutischen Wohngruppen war, dass ein beträchtlicher Anteil der im Maßregelvollzug Untergebrachten frühzeitig verantwortbar in eine adäquat strukturierte, begleitende und kontrollierende Umgebung ausgegliedert werden kann.
Zielgruppe für unsere Einrichtung sind erwachsene Männer und Frauen aus dem Maßregelvollzug, die mit Zustimmung der Strafvollstreckungskammer gelockert werden und deren soziale Eingliederung extramural erprobt werden soll. Das Wohnprojekt befindet sich in Berlin-Friedrichshain, Rigaer Str. 21, inmitten einer urbanen, "normalen" Wohnumgebung.
Eine Aufnahme-WG befindet sich im 1.OG für sieben (max. acht) Bewohner, mit enger Anbindung an das Betreuungspersonal im EG. In vier weiteren Etagen befinden sich jeweils 3er-WGs, dazu einige 1- und 2-Zimmer-Wohnungen und eine WG mit 4 Plätzen. Derzeit können ca. 27 psychisch kranke Patient/innen aufgenommen werden, die bereits langfristig nach §§ 63 oder 64 StGB im Maßregelvollzug untergebracht sind und für die Perspektiven für eine Entlassung entwickelt werden sollen.
In enger Kooperation mit den zuständigen Klinikmitarbeitern wird für die Patient/innen ein Betreuungskonzept entwickelt. Die Zielsetzung des Wohnprojekts orientiert sich an den Bedürfnissen der Patienten und umfasst sowohl rehabilitative als auch therapeutische Elemente, mit der Perspektive, sie in eine geringer- oder nichtbetreute Wohnform zu entlassen.
Das Hilfeangebot umfasst einen komplexen Prozess der Alltagsbegleitung auf der Basis eines professionellen sozial-therapeutischen Konzepts.
Ein professionelles Team - bestehend aus Sozialarbeiter/innen und qualifizierten Betreuer/innen, sowie einer Fachärztin für Psychiatrie - sichert durch seine 24stündige Anwesenheit, auch am Wochenende, permanente Ansprechbarkeit, Betreuung und Kontrolle.
Diagnostische Schwerpunkte sind chronisch verlaufende Schizophrenien, die bereits zu einer deutlichen Residual- bzw. Minussymptomatik geführt haben können. Auch können Patient/innen mit therapeutisch schwer zugänglichen neurotischen Fehlentwicklungen und Persönlichkeitsstörungen aufgenommen werden, ebenso mit Minderbegabung; eine begleitende Sucht-/Abhängigkeitsproblematik ist kein Ablehnungsgrund.
Bei der betreffenden Patient/innen-Gruppe sind psychotherapeutische Maßnahmen weitestgehend ausgeschöpft, die Behandlungsschwerpunkte liegen auf der Psychopharmakotherapie, Förderung alltagspraktischer Aktivitäten und tagesstrukturierenden Angeboten wie Arbeit, geschützte Werkstätten, Ergo- oder Beschäftigungstherapie. Jede/r Patient/in hat einen Bezugsbetreuer/in, die/der erste/r Ansprechpartner/in bei Problemen ist.
Es gibt geregelte Ausgangszeiten für Patient/innen ohne Nachturlaub: Sonntag bis Donnerstag bis 22 Uhr, Freitag und Samstag bis 24 Uhr. Die medizinisch-psychiatrische Versorgung wird durch Ärzte aus dem Berliner Maßregelvollzug gewährleistet, die regelmäßig Visite vor Ort durchführen.
Zu unseren Aufgaben und Tätigkeiten gehören:
Wir legen großen Wert darauf, dass jeder Bewohner - entsprechend seinen Fähigkeiten und seiner Belastbarkeit - einer regelmäßigen Tätigkeit nachgeht.
Jeder Bewohner lebt in einem großräumigen, möblierten Einzelzimmer (mit Kabel TV-Anschluss), welches er sich individuell einrichten kann. Tierhaltung ist nach Absprache möglich.
Für die Aufnahme vereinbart der/die Patient/in und Klinik einen Vorstellungstermin. Bei diesem Termin lernt der oder die Patient/in unsere Einrichtung kennen, ebenso wir sie/ihn. Beide Seiten entscheiden dann über eine Aufnahme, sobald die Lockerungseignung/Zustimmung der Staatsanwaltschaft/der Strafvollstreckungskammer vorliegen.
Für ein ausführliches Gespräch und weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Oder besuchen Sie doch uns in der Einrichtung und lernen alles aus nächster Nähe kennen.